#1 Ein bezahlbares "Photometer" für PO4 von nilpferd 14.02.2013 11:01

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Mojens,
Ich habe in einem anderen Forum eine Frage zur Kenntnis genommen, die da lautete: "Was haltet ihr von diesem Gerät". Ich hatte bei dem Preis (ca.60,-€) aus messtechnischer Sicht schon Bedenken ob der Qualität.
Aber, man sollte doch mal genauer hinschauen. Genau genommen ist es "Ablesehilfe". Und so was muss ja nicht schlecht sein. Hier mein Bericht, den ich im anderen Forum auch posten werde. Hier aber zuerst.
.......
Hallo,
hier nun ein erster Test des Hanna-Checker
Lieferant:
Mrutzek Bremen, nette Bedienung am Telefon, Lieferung sehr schnell. Schade, dass der Hinweis auf die wenigen Testreagenzen, die dem Gerät beiliegen (5) fehlte. So muss ich also nachordern.
Pech für Mrutzek, nun kaufe ich die Reagenzien woanders preiswerter.
Das Messgerät selbst habe ich im Netz mal suchen lassen und Mrutzek hat halt am besten abgeschnitten.

Erster Eindruck:
ich bin kein Fan von Rundungen in der Technik, weil es meistens ein Design zu Lasten der Useablilität beinhaltet. Die Verschlusskappe des kleine Ostereis ist denn auch gleich das Erste, was unangenehm auffällt. Die ersten Versuche diese Kappe zu öffnen, waren nur mit Unterstützung eines Messers zu bewältigen. Der Fingernagel wäre abgebrochen.
Mit etwas Übung (seitlicher Druck auf Vorder- und Rückseite der Kappe, siehe Foto) klappt es dann aber ganz gut.
Das Batteriefach lässt sich ebenfalls nur mit einem Messer oder schmalen Schraubendreher öffnen.
Das bleibt auch so. Wenn man dabei nicht aufpasst, bricht der Stecker ab (siehe Fotos).

Zweiter Eindruck:
Das Gerät ist leicht zu bedienen, das Menü simpel und (fast) idiotensicher.
Fast, weil das Gerät nach der Aufforderung zur Eingabe der Messprobe (C2) nach zu kurzem Druck auf die Taste auch ohne Timer eine Messung ausführt, die dann nicht richtig sein muss. Der Timer muss wie in der Kurzbeschreibung dargelegt durch längeres Drücken der einzigen Bedientaste gestartet werden.
Dann laufen die 3 Minuten ab, nach denen dann ein brauchbares Messergebnis zur Verfügung steht.

Die für die Messung nötige Chemikalie ist in kleine Beutel einzeln verpackt. Allerdings, wenn man nicht aufpasst, bleibt in den Ecken Chemikalie hängen. Das verfälscht das Ergebnis. Besser wäre ein Glas mit der Chemikalie und ein Messlöffel.

Resümee:
Die wenigen Tests, die ich bislang durchgeführt habe, waren recht genau. Es ist auf jeden Fall eine deutliche Verbessung der Ablesequalität und damit der Messgenauigkeit zu verzeichnen.
Meine 0,1mg-Referenz wurde mit 0,11mg/l und 0,09mg/l wieder gegeben, was mir persönlich ausreichen würde.
Weitere Tests kann ich erst nach Zusendung der Chemikalie als Ersatzpack durchführen.
Leider sind die 25 Ersatzbeutel mit ca. 9,- € fast doppelt so teuer, wie die für das gleiche Geld zu bekommenden 50 PO4-Tests von JBL.

Nicht unbedingt für Jedermann aber funktionabel und preiswert:
Die JBL-Testreagenzien (aus dem Ersatzpack) lassen sich zur Messung mit einer gewissen Abweichung ebenfalls benutzen. Die Färbung erfolgt allerdings etwas später und so ist die Handhabung eine etwas andere.
Bei meinen Versuchen habe ich mit der 0,1mg/l-Referenz einen Wert von 0,07mg/l reproduzierbar (also mehrfach) erreicht. Eine Streuung der Werte konnte ich dabei nicht erkennen.

Weitere Messungen folgen später.

Gruß
Martin

#2 RE: Ein bezahlbares "Photometer" für PO4 von nilpferd 16.02.2013 23:31

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Hi,
hier nun nach dem Erhalt der Testreagenzie ein kleines update.
Leider kann das Gerät nur bedingt bestehen.
Natürlich ist im Bereich unter 0,1 das ablesen im Allgemeinen nicht einfach und die Blaufärbung einzelner Tests nicht gut handhabbar. Aber ich habe das Hanna nun mit einem 0,1 Normal von Salifert (Filtergranulat.de) verglichen und komme zu mehrdeutigen Ergebnissen.

Es werden mit der neuen Chemikalie Werte zwischen 0,4 und 1,2mg/l ausgegeben. Das reicht mir nicht.
Zunächst werde ich die Sauberkeit meiner eigenen Arbeit überprüfen und dann ggf. reklamieren. Mir gefällt die Streuung absolut nicht, weil sie nicht systematisch (mit steigendem Alter Probe)erscheint. Bei den Handtests ist klar, je älter die Probe: ja blauer. Hier aber streuen die Werte scheinbar zufällig.
Ein schlechtes Zeichen, wie ich meine.
Aber ich werde noch etwas weiter werkeln, um meine Befindlichkeiten auszuschließen. In erster Näherung: schade.
Gruß
Martin

#3 RE: Ein bezahlbares "Photometer" für PO4 von nilpferd 18.02.2013 09:52

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Noch ein update...
Der Grund, warum ich dieses Messgerät angeschafft habe, war die Erkenntnis, dass die Blaufärbung bei den diversen Tests mir "Sand in die Augen zu streuen" schien.
Und so war es denn auch.
Ich werde sicherlich in absehbarer Zeit mal den Messprozess genauer unter die Lupe nehmen, denn die Streueung des Gerätes bei doppelter "Nullmessung" der Probe, also ohne Zugabe der Chemikalie, ist Null.
Das bedeutet: Ich mache einen zufälligen Fehler, z.B. Schwebstoffe. Das werde ich ergründen. Aber eines steht schon fest: Dieses kleine Ei scheint mein "alt werdendes" Auge ganz ordentlich zu unterstützen. Mein Daumen geht eindeutig wieder nach oben.
Ich will euch dennoch die Messwerte, ca. im 1/2-Minutenabstand, mit ein und derselben Probe, die nür "älter wird" angeben.
Zu bemerken ist dabei, dass ich beide Gläser verwende. Der Nullpunkt wird also immer mit "Nullwasser" geschossen. Der Endpunkt (das Messergebnis) mit der älter werdenden Probe.
Ich weiß, das ist suboptimal, aber für meine Vergleiche besser geeignet, als Standardmessungen mit jeweils neuem Wasser in EINEM Glas.
Hier also die Messergebnisse der Probe (mit einem Phosphat-Standard 0,1mg/l +/- 0,001mg/l; ungeschönt) nacheinander mit etwa 30 sek. Verzögerung:
0,07 : 0,11 : 0,06 : 0,06 : 0,09 : 0,05 : 0,08 : 0,08 : 0,03 : 0,08 : 0,06 : 0,07 : 0,06 : 0,06: 0,09 : 0,07 : 0,08

Bei aller Kritik, die man anbringen könnte, das ist denn doch nicht so übel. Vor allem aber mindestens eindeutig ABLESBAR.

Gruß
Martin

#4 RE: Ein bezahlbares "Photometer" für PO4 von rossi 18.02.2013 18:30

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Hi Martin
vielen Dank für den ausführlichen Bericht.
Ich find die Abweichungen schon geeignet. Für die SPS Halter die sich auf einen Wert von 0,01 eingerichtet haben, kann ich mir aber Vorstellen, dass sie bei den Schwankungen unruhig werden. Kannst du die Proben vorher nicht filtern um den Einfluss von Schebteilchen auszuschließen?

#5 RE: Ein bezahlbares "Photometer" für PO4 von nilpferd 18.02.2013 18:36

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Zitat von rossi
Hi Martin
vielen Dank für den ausführlichen Bericht.
Ich find die Abweichungen schon geeignet. Für die SPS Halter die sich auf einen Wert von 0,01 eingerichtet haben, kann ich mir aber Vorstellen, dass sie bei den Schwankungen unruhig werden. Kannst du die Proben vorher nicht filtern um den Einfluss von Schebteilchen auszuschließen?



Ja, natürlich Wolfgang. Das ist mein Plan. Es gilt, die Unwegsamkeiten auszuschließen. Aber auch ohne werde ich das Gerät behalten. Es misst halt unabhängig von meinen Befindlichkeiten.....
Aber ihr kennt mich ja. Ich werde messen UND berichten....
Gruß
Martin

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